Am Sonntag, dem 12.12.2010 machten sich viele Leute ihre eigenen Gedanken, als sie amazon.de besuchen wollten. Die Seite war nämlich zwischen 22.15 Uhr und 22.45 Uhr nicht erreichbar. Ebenso wenig wie die Einkaufsplattform des italienischen, britischen und französischen Amazon-Ablegers.
Viele dachten, es handle sich um die Rache von wikileaks-Anhängern, nachdem diese auch zeitweise mittels DDoS-Attacken die Seiten von Paypal, Mastercard, Visa und Postfinance lahmgelegt hatten. Die Finanzfirmen liessen nach Offenlegung geheimer Depeschen seitens wikileaks keinen Zahlungsverkehr mehr an die dezentrale Organisation zu und bekamen mit massenhaften Serveranfragen, die eine Überlastung und Nicht-Erreichbarkeit zur Folge hatten, promt die Rechnung.
Auch Amazon hat nach Druck von US-amerikanischer Politikern, besonders aus dem republikanischen Lager, wikileaks geschadet, indem das Unternehmen wikileaks die Server abgeschaltet hat. Amazon vermietet nämlich auch weltweit Serverleistung und Webspace. Offiziell heißt es von Amazon, dass die Vertragsbedingungen gebrochen worden seien, deswegen seien die wikileaks-Server abgeschaltet worden.
Amazon widersprach den Presseanfragen allerdings. Es hätte sich nur um einen Hardwarefehler im amazon-eigenen Datencenter in Dublin gehandelt. Von einem Angriff der wikileaks-Symphatisanten könne keine Rede sein, verlautete die Presseabteilung des Konzerns gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Außerdem waren die betroffenen Amazon-Seiten schon ab 23 Uhr wieder normal erreichbar.
Es hätte perfekt ins Bild gepasst, denn auch ein zeitweise kurzer Ausfall des Webshops kann große finanzielle Ausfälle, gerade im Weihnachtsgeschäft bedeuten. Die Gruppe “Anonymous”, die sich für die DDoS-Attacken auf Paypal, Visa und Mastercard verantwortlich zeigt, wollte aber keinen Angriff auf Amazon starten, denn die verzweigten Server seien zu stark und damit aufwändig zu attackieren.
Außerdem wäre es geschmacklos gewesen, den Menschen ihre Weihnachtseinkäufe zu vermiesen, heißt es.