Am Mittwoch den 04.07.2012 hat die Fraktion “Die Linke” im Bundestag den Antrag zur sofortigen Abschaffung der privaten Krankenversicherung in Deutschland eingereicht. Schon lange wird von den Parteien die Linke, der SPD und den Grünen die Zweikllassengesellschaft in der Medizin und dem hiesigen Gesundheitssystem kritisiert. Der herrschenden Ungerechtigkeit und den Unter- und Überversorgungen verschiedener Bevölkerungsteile soll mit einer solidarischen Bürgerkrankenversicherung entgegengewirkt werden.
Abschaffung der Zwei-Klassen-Krankenversicherung
Die Vollversorgung der krankenversicherten Menschen in Deutschland solle gerechter und einheitlicher gehandhabt werden. Eine sogenannte Bürgerversicherung mit für alle Versicherten einheitlichen Leistungen wird als erstrebenswert angesehen. Die Parteien der SPD und der Grünen haben in der Vergangenheit mehrmals Vorschläge für die stufenweise Einführung einer Versicherung für alle und die Abschaffung des herkömmlichen Krankenversicherungssystems erbracht.
Die Linke möchte diese Veränderungen schnellstmöglich erreichen. Für die SPD und die Grünen führt der Weg über eine stufenweise Veränderung des Krankenversichertensystems aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Der Grund dafür ist, dass es nicht einzusehen sei, warum Menschen aufgrund ihres Versichertenstatus unterschiedlichste medizinische Behandlungen und Versorgungen erhalten sollten. Es soll den aus der Zweikllassenmedizin resultierenden Fehlversorgungen der Bevölkerung entgegen gewirkt werden. Erhalten die einen so kaum ausreichende medizinische Maßnahmen, sind andere Versichertengruppen deutlich überversorgt.
Forderung nach einer solidarischen Bürgerversicherung
Mit einer Grundversorgung für alle sollen diese Missstände ausgeglichen werden. Nach Vorschlag der Linken sei diese medizinische Grundversorgung Aufgabe der gesetzlichen Krankenkassen. Die private Krankenversicherung könne mit kaum nennenswerten Leistungen im medizinischen Bereich als Zusatzversicherung erhalten bleiben. Diese Zusatzleistungen könnten die Bereiche, die über die medizinische Grundversorgung hinausgehen, abdecken. Da ein großer Anteil der Personen, die bei einer privaten Krankenversicherung in den untersten Tarifstufen versichert sind, zu einem großen Teil sogar weniger Leistungen erhalten, als die Personen in einer gesetzlichen Krankenversicherung, sehen die Linken für diese Personen sogar den Vorteil darin, bei einer Überführung in die gesetzliche Krankenversicherung eine bessere medizinische Versorgung für diese Personen erhalten zu können als bisher in der privaten Krankenversicherung.
Nach der Sommerpause wird verhandelt
Allen drei Parteien, der Linken, der SPD und den Grünen geht es um den Grundgedanken der Solidarität. Die Regierungsparteien CDU/CSU und die FDP lehnen eine Abschaffung oder Eindämmung der privaten Krankenversicherung grundsätzlich ab. Die Verhandlungen über die Anforderungen und den Antrag der Linken sollen nach der Sommerpause weitergehen.
– Mehr zu Thema –
Offizielle Pressemeldung der “Die Linke” Partei:
http://www.linksfraktion.de/pressemitteilungen/ende-pkv-schon-fast-besiegelt/
Interne Unstimmigkeiten in der CDU/CSU:
http://www.ftd.de/unternehmen/versicherungen/:reaktionen-auf-pkv-streit-cdu-stellt-private-krankenversicherer-infrage/70009624.html
