Das Leben wird immer schneller. In den letzten 50 Jahren hat sich die Gesellschaft stark verändert: Heute leben wir in einer Leistungsgesellschaft, in der jeder, der nicht ein Mindestmaß an Leistung bringen kann, unweigerlich auf der Strecke bleibt. Schon vor einigen Jahren waren verschreibungspflichtige Medikamente in manchen Berufskreisen, in denen ein besonders hoher Leistungsdruck herrschte, beliebt.

Heute ist das anders: Auch die Mittelklasse wird mitlerweile von Medikamenten angesprochen, die angeblich die Konzentration und die Lernfähigkeit erhöhen sollen. Noch erschreckender ist jedoch die Entwicklung, wenn man noch jüngere Menschen betrachtet: Schon viele Studenten und sogar Schüler greifen regelmäßig zu diversen Hirndoping-Mitteln: In einigen Studiengängen ist von etwa 10 % die Rede.

Jugendlichen fällt es in der heutigen Zeit sehr schwer, sich an den hohen Erwartungshorizont anzupassen. Früher ging es in der Schule vorrangig darum, dass man sprichwörtlich “für das Leben lernte”, anders heute: Die Schule ist auch in Deutschland zu einem wahren Leistungsapparat geworden. Dadurch, dass Deutschland sich immer weiter nach internationalen Standards richtet, scheinen viele Schüler und Studenten dem Leistungsdruck nicht gewachsen zu sein: Dem verkürzten Bildungsweg (G8) und Bachelor- und Masterstudiengängen sei Dank.

Verschreibungspflichtige Medikamente wie Ritalin, welche die Konzentration steigern und den Geist beruhigen sollen, seien verschiedenen Studien zufolge sehr leicht im Internet erhältlich, auch ohne Rezept. Oft sind die Präparate wirkungslos, bei einigen könnten jedoch neurologische Langzeitschäden entstehen. Ob unsere Gesellschaft dem ständigen Leistungsdruck, der auf jedem lastet, verkraften kann, ist mehr als fraglich.