Die Anzahl der schweren Erkrankungen nach Infektionen mit dem gefährlichen Darmkeim EHEC nimmt kontinuierlich ab. Das melden übereinstimmend das Robert-Koch-Institut und das Bundesgesundheitsministerium. Obwohl alle Infektionsquellen noch nicht mit letzter Sicherheit ermittelt werden konnten, scheint die EHEC Epidemie im Abklingen begriffen zu sein, und das mediale Interesse an diesem Thema hat bereits deutlich abgenommen.

Doch das Bundesinstitut für Risikobewertung (http://www.bfr.bund.de/de/start.html) warnt, dass es auch zukünftig zu Infektionen mit EHEC kommen werde. Da E-Coli-Bakterien ständig mutieren, d.h. ihr Erbgut verändern und neu zusammen setzen, ist zu erwarten, dass auch die E-Coli-Variante EHEC in veränderter Form erneut auftreten wird. Der Rückgang der Infektionen mit der aktuellen, besonders gefährlichen Variante von EHEC wird aber auch vom Bundesinstitut für Risikobewertung bestätigt.

Es sei gelungen, das Erbgut dieser Variante zu entschlüsseln, und der Sprossenhof in Bienenbüttel (Niedersachsen) habe als eine zentrale Infektionsquelle in Norddeutschland identifiziert werden können. Inzwischen hat die Aufarbeitung der wirtschaftlichen und politischen Folgen der EHEC-Epidemie begonnen. Vertreter der norddeutschen Bundesländer haben in Boitzenburg darüber beraten, wie die von der EHEC-Krise betroffenen Gemüsebauern und -händer angemessen entschädigt werden konnten.

Viele Betriebe und Händler verzeichneten in den letzten Wochen nach diversen Verzehrwarnungen für Gemüse Umsatzrückgänge von bis zu 70 Prozent. Die EU hat bereits Entschädigungszahlungen zugesagt. Vertreter in Hamburg kritisierten die Beschränkung der EU-Entschädigungen auf bestimmte Gemüsearten wie Tomaten, Kopfsalat oder Gurken, während beispielsweise Sprossen und andere Salate ausgeschlossen seien. So ergebe sich eine Ungleichbehandlung der Erzeuger, obwohl der Gemüseabsatz insgesamt während der EHEC-Krise eingebrochen sei.

Unterdessen wird in Berlin und den Ländern weiterhin über das unbefriedigende Krisenmanagement in der Zeit der EHEC Infektionen diskutiert. Die zum Teil widersprüchlichen Angaben über die Quelle des Erregers und die voreilig ausgesprochenen Verzehrwarnungen für bestimmte Gemüsesorten haben aufgedeckt, dass im Krisenfall die Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und Instituten unzureichend abgesteckt sind.

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http://www.stern.de/gesundheit/gesundheitsnews/ehec-aegyptische-samen-nach-bienenbuettel-geliefert-1701452.html
und
http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13461447/EHEC-Krise-belastet-Einzelhandel.html