Die Affäre um geklaute Daten von Playstation-Nutzern könnte für den Multimedia-Konzern Sony teuer werden. Es steht die Frage im Raum, ob es sich bei dem Datenklau nur um einen temporären Imageschaden oder nicht doch um ein derzeit noch nicht absehbares finanzielles Desaster handelt. In den Vereinigten Staaten hat man nun Prüfungen aufgenommen, damit getestet werden kann, ob der Konzern die gängigen Standards zur Speicherung sensibler Kreditkartenangaben eingehalten hat oder ob nicht etwa fahrlässig Fehler gemacht worden sind.

Sollten die auf das Thema Datenverlust spezialisierten Wirtschaftsanwälte vom amerikanischen Ponemon Institut recht haben, dann könnte der Klau von rund 77 Millionen Daten registrierter Kunden für Sony richtig teuer werden. Zum Schadensausgleich müsste der Konzern mindestens eine Milliarde Euro bereitstellen. Es werden dann nicht nur Kosten für diverse Sicherheitsexperten, sondern auch Anwalts- und Prozesskosten anfallen. Die Sicherheitsexperten müssten beauftragt werden, damit das Leck im Sicherheitsnetz von Sony durch den erfolgten Hack wieder geschlossen werden könne. Bei seiner Kalkulation hat das Ponemon Institut als Berechnungsgrundlage etwa 13,50 pro Kundendatensatzverlust anversiert, woraus sich dann die Schadenssumme in Höhe von mindestens einer Milliarde Euro ergibt.

Deutsche Fachleute gehen hingegen derzeit davon aus, dass sich Sony bei dem Datendiebstahl noch einmal verhältnismäßig günstig davon kommen wird. Die Kosten der entstandenen Schäden werden hier eher im Millionen- als im Millardenbereich gesehen. Natürlich gehen die Experten in Deutschland von einem erheblichen Imageschaden für Sony aus, allerdings wird der Konzern diesen Schaden mittelfristig verkraften können.

Beim Punkt der Sicherheitsverbesserungen sind sich deutsche und amerikanische Experten einig, dass hier Sony investieren werden muss, damit Schwachstellen behoben und neue, verbesserte Standards geschaffen werden. Dafür werde ein Betrag in zwei- oder dreistelliger Millionenhöhe anfallen. Diesen Investitionen wird sich Sony nicht entziehen können, damit das Vertrauen der weltweiten Playstation-Nutzer wieder umfassend hergestellt werden kann. Auch kann nur so verhindert werden, dass ein künftiges Hacking einen ähnlichen Schaden wie beim jetzigen Datendiebstahl anrichten könnte.