Japan – Die neue wirtschaftliche Zeitbombe?

Griechenland hat eindrucksvoll bewiesen, wie schnell ein ganzer Staat vor dem Bankrott stehen kann. Ohne die finanziellen Unterstützungen seitens der Europäischen Union (http://europa.eu/index_de.htm) hätte die griechische Regierung sicherlich bereits Konkurs melden müssen.

Um ein weiteres Sorgenkind handelt es sich bei Japan. Bis vor wenigen Jahren handelte es sich bei Japan noch um die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Die Zeiten des Aufschwungs in Fernost sind jedoch gezählt. Aktuell steht Japan vor großen finanziellen Problemen, so dass ein Staatsbankrott (http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_442582) unaufhaltsam erscheint.

Japan kann die Schuldenquote von Griechenland noch übertreffen. Die gewaltige Summe von rund 8 Billionen Euro, was rund 200 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung bedeutet, ist Anlass für große Sorgen. Wieder einmal sind die umstrittenen Rating-Agenturen im Mittelpunkt des Interesses. Bereits Ende Januar wurde das Rating durch die Agenturen gesenkt, was einem Vertrauensbruch dem japanischen Staat gegenüber gleichkommt.

Bereits seit einigen Jahren kämpft das Land der aufgehenden Sonne mit der Deflation. Aktuell befindet sich die Wirtschaft des Landes in einer Rezession, was sich deutlich im Bruttoinlandsprodukt (letzter Focus.de Artikel), das inzwischen hinter China zurückgefallen ist, bemerkbar macht. Bemühungen durch die japanische Notenbank und die Regierung, die Wirtschaft anzuregen, blieben bislang weitgehend erfolglos. In einem Punkt unterscheidet sich Japan jedoch zentral von der Problematik in Griechenland: Fast alle Verbindlichkeiten entfallen auf Inlandsschulden. Im Rahmen einer möglichen Umschuldung würde sich die Umverteilung entsprechend nur auf das Inland erstrecken.

Experten rechnen in den kommenden Jahren, dass die Sparquote der japanischen Bevölkerung weiterhin sinken wird. Bislang war jedoch die Sparsamkeit der Japaner ein zentraler Grund dafür, eine Auslandsverschuldung Japans zu umgehen. Lösen immer mehr Japaner ihre Ersparnisse auf, droht dem Land der finanzielle Kollaps, was sich wiederum deutlich auf die weltwirtschaftliche Gesamtsituation niederschlagen werden wird.