Worüber man auch immer diskutiert oder schreibt, fast immer wird das Thema “Krise” an irgend einer Stelle genannt. Diese Krise, die für viele Menschen weltweit wie eine Lawine über sie herein brach, die Tausende Existenzen und Jobs vernichtet hat, ist DAS Thema der Zeit. Durch die katastrophalen Vorgänge um Banken, Zertifikate etc. ist das Vertrauen vieler Menschen in nicht greifbare Werte, die am Ende vielleicht nicht einmal mehr das Papier wert sind, auf dem sie vermerkt sind, dramatisch gesunken. Nun schaut man sich also wieder nach etwas Bleibendem um, etwas, das man sehen kann. Und da bieten sich Immobilien, das “Häusle Bauen” als gute Anlagemöglichkeit mit Beruhigungsfaktor an. Denn man baut buchstäblich etwas auf, wenn man eine Immobilie erwirbt.
Immobilien als etwas Sichtbares, Solides sind auch aus psychologischen Gründen gefragt. Da so vieles ins Wanken geraten ist, sich viele Menschen hilflos den meisten Vorgängen gegenüber fühlen, auch dem häufigen Scheitern von Partnerschaften, wird mit einer Immobilie vielleicht der Versuch unternommen, zum Beispiel einer Familie ein richtiges Fundament zu verschaffen. Wer jederzeit aussteigen kann, tut dies eher als jemand, der vertraglich in einen Immobilienkauf involviert ist.
Der Gründe gibt es wohl viele, Angst, ein gesteigertes Sicherheitsdenken, die Tatsache, dass man im “Alter”, das heute Jahrzehnte umfasst, etwas Eigenes haben möchte, alle diese Gründe rufen Handlungen hervor, die sich in einem Boom im Bereich der Immobilien äußern können. Auch wer ein Haus nur besitzen, es nicht selbst bewohnen will, es nur als Kapitalanlage nutzen will (jeder vierte Käufer sucht aktuell eine Immobilie als reine Kapitalanlage), folgt ähnlichen Denkstrukturen, dass Immobilien eben etwas Reelles sind, das nicht beim nächsten Windhauch verweht wird. So ist der momentan zu beobachtende Run auf Immobilien nicht verwunderlich.