Lebensmitteldiscounter locken die Kunden mit besonders günstigen Preisen, bei denen gewöhnliche Supermärkte oder kleine Tante Emma Läden nicht mithalten können. Doch auch die Discounter selbst unterbieten sich gegenseitig immer weiter mit ihren Preisen. Dadurch sinken auf Dauer letztendlich für alle Märkte gleichermaßen die Gesamtumsätze.
Die Discounter können sich diesen Wettbewerb langfristig nicht leisten. Und zusätzlich zu den immer weiter sinkenden Preisen kommen noch andere Probleme auf die Händler zu. So werden immer mehr Filialen eröffnet, weil viele Menschen an der Spar-Mentalität verdienen wollen.
Zwar wissen alle Beteiligten, dass dieser Kampf kein Dauerzustand sein kann, jedoch sind sie genauso davon überzeugt, dass ein Umdenken nicht schnell von statten geht. Der Preiskampf wird sich 2010 fortsetzen.
Ein Kölner Wirtschaftsunternehmen, Preiszeiger, berechnet monatlich die Gesamtkosten von 30 Artikeln. Diese 30 Artikel stehen dabei stellvertretend für Artikel eines gewöhnlichen Einkaufs für den Haushalt; es handelt sich um Lebensmittel oder Hygiene-Artikel des täglichen Gebrauchs. Preiszeiger stellte fest, dass diese Artikel Ende 2009 in ihrer Gesamtheit vier Prozent billiger waren als ein Jahr zuvor. Nicht nur, dass eine Entwicklung in diese Richtung per se schon ungewöhnlich ist; auch hat es so starke Schwankungen zwischen zwei Jahren seit langer Zeit nicht gegeben.
Nichtsdestotrotz – diese Dauertiefpreise lösen bei den Kunden immerhin einen regelrechten Run auf die Produkte aus. Wirtschaftsexperten sehen darin eine erfolgreiche, wenn auch unabsichtliche, Strategie, um der Wirtschaftskrise entgegen zu treten.
Der Verbraucher profitiert von dieser Preisschlacht, in der er ein Glas Nutella für 99 Cent statt für 1,79 Euro bekommt. Auch verbesserter Service wie zum Beispiel verlängerte Öffnungszeiten machen den Kunden in diesem Wettbewerb zum Gewinner.