2012 soll es soweit sein: Deutschlands Bürger können nach 80 Jahren erstmals auch eine Busreise ins Auge fassen, wenn sie Strecken wie von Berlin- Stuttgart oder München – Köln zurücklegen wollen. Das ist bislang nicht per Bus, sondern nur mit der Bahn, dem Flugzeug oder dem Auto möglich.

Der Grund? In den 1930er Jahren wurde ein Gesetz zum Schutz des Bahnverkehrs eingerichtet, das den Linienverkehr von Bussen auf Fernstrecken verbot. 2009 war die Erneuerung des Personenbeförderungsgesetzes aber schon Teil des politischen Koalitionspaktes. Nun ist eine Veränderung in Sicht.

Modernes öffentliches Verkehrskonzept

In Zeiten des Klimawandels ist es unabdingbar, dass die Politik neue Wege in der Verkehrspolitik geht. Im Klartext heißt das: Der öffentliche Personenverkehr muss attraktiver werden, damit jeder leichten Herzens das eigene Auto in der Garage lässt und gerne ein öffentliches Verkehrsmittel benutzt. Dieses wiederum sollte in der Größe am Bedarf angepasst sein – ein Aspekt der bei Bahn und Flugzeug schwer zu berücksichtigen ist. Daher ist die Öffnung des Personentransports für Busunternehmen absolut zeitgemäß.

Öffentliches und privates Geld sparen

Mit der Öffnung des Buslinienfernverkehrs sind mutige Unternehmer gefragt, die solche Linien einrichten. Das Unternehmen Bahn hat schon abgewunken, obwohl am Beginn davon die Rede war, mindestens 50 Prozent dieses Marktsegments abdecken zu wollen. Zu teuer, war die Argumentation. Nun gilt es, günstige Alternativpakete bei den Tarifen zu schnüren, damit die Buslinien im Fernverkehr innerhalb Deutschlands auch leistbar sind. Eine wahre Konkurrenz für die Deutsche Bahn wird sich etablieren, da zur Zeit weder Pünktlichkeit noch budgetäre Gründe bei Fahrgästen für die Bahn sprechen.