Lange Zeit waren die Verbraucherpreise ständig angestiegen, die Teuerungsrate hat die kritische Marke von 2 Prozent seit Langem überschritten. Erstmals seit Anfang des Jahres konnte jetzt das Statistische Bundesamt für den Monat August nach einer Schätzung einen Rückgang der Verbraucherpreise um durchschnittlich 0,1 Prozent bekannt geben. Im Vormonat waren sie noch um 0,4 Prozent gestiegen. Die Jahresteuerungsrate sank damit auf 2,3 Prozent. Sie liegt damit allerdings noch immer über 2,0 Prozent, erst ab einem Wert unter dieser Marke spricht die Europäische Zentralbank EZB von stabilen Preisen. Die genauen Zahlen wird das Statistische Bundesamt am 9. September verkünden.

Fallende Erdölpreise sorgen für niedrigere Preise
Grund für den Rückgang der Verbraucherpreise sind in erster Linie die gesunkenen Preise für Heizöl und Benzin. Die schwächelnde Konjunktur hat vor allem in den USA und den Euro-Ländern die Angst vor einer Rezession geschürt und damit die Rohstoffpreise gedrückt. Der anstehende Machtwechsel im Erdölland Libyen und erhöhte Fördermengen in einigen Erdöl exportierenden Ländern sorgen für einen weiteren Rückgang der Preise. Nach Berechnungen der Commerzbank sanken die Erdölpreise im Vergleich zum Vormonat um circa 3 Prozent. Die Preise für Obst und Gemüse waren aufgrund der Erntesaison im August ebenfalls deutlich niedriger.

Höhepunkt der Preissteigerungen für die Verbraucher überschritten?
Experten gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Inflation nunmehr überschritten ist und die Preise für Lebensmittel und Konsumgüter in den kommenden Monaten weiter leicht fallen werden. Zum Ende des Jahres sollte sich die Teuerungsrate nach Meinung führender Analysten wieder unter 2 Prozent stabilisieren.