Salz galt lange Zeit als einer der primären Auslösefaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und damit als schädlich für die Gesundheit. Es stand und steht zum Teil immer noch in dem Ruf, den Blutdruck erheblich zu erhöhen und damit Gefäßerkrankungen zu befördern. Neue Studien führen jedoch nun zum gegenteiligen Beweis: Wissenschaftler der Universität Leuven beobachteten 3500 Probanden über mehrere Jahre und fanden heraus, dass die Erkrankung und Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauferkrankungen in der Gruppe der Probanden mit dem meisten Salzkonsum am niedrigsten war.
In mehreren Studien wiesen die Wissenschaftler nach, dass die Veränderung des Salzkonsums die Höhe des Blutdrucks im menschlichen Körper nur sehr minimal beeinflusst. Der Blutdruckwert der Probanden stieg oder fiel bei veränderter Salzaufnahme nur um maximal 2 mm/Hg. Diese Veränderung ist laut den Wissenschaftlern zu gering, um ernsthafte positive Auswirkungen sowohl auf die persönliche Gesundheit als auch auf die Kosten des Gesundheitssystems zu haben. Eine in Wissenschaftskreisen als besonders gründlich geltende Cochrane-Studie kam sogar nur auf eine Veränderung von 1 mm/Hg. Umgekehrt löst aber geringerer Salzkonsum im Körper andere Reaktionen aus, die weitaus gefährlicher sind. Beispielsweise wird das symphatische Nervensystem gereizt, das den Körper in Alarmzustand versetzt. Dieser Stressfaktor führt laut der Studie zu deutlich größeren Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen und damit die Gesundheit. Die Wissenschaftler kommen daher zu der These, dass weniger Salzkonsum zu mehr Toten führt.
Aus der Evolutionsgeschichte heraus lässt sich diese Balance des Körpers einfach erklären: Der Mensch war im Laufe seiner Entwicklung immer eher davon bedroht, zu wenig Salz zu bekommen. Daher hat der Körper zu seinem Schutz sehr viele Mechanismen zur Speicherung entwickelt. Denn keine Substanz ist für den Körper so wichtig um die Blutmenge im Kreislaufsystem oder die gesamte Flüssigkeitsregulation zu steuern.