Durch umstrittene Grenzkontrollen, die Dänemark wieder eingeführt hat, hat sich das nordeuropäische Königreich den Unmut der Europäischen Union zugezogen. In Brüssel sieht man das Wiedereinführen von Grenzkontrollen als kritisch und sieht den europäischen Zusammenhalt gefährdet.

Die dänischen Zöllner wurden von ihrer Regierung angewiesen, stichprobenartige Kontrollen an der deutsch-dänischen Grenze durchzuführen, um das Schmuggeln von Drogen, Geld und Waffen unterbinden zu können. Um die offizielle Ankündigung durchsetzen zu können, werden zusätzlich 50 Beamte als Grenzkontrolleure eingesetzt werden. 30 davon werden an der Grenze zwischen Deutschland und Dänemark postiert, zehn an Häfen für den Fährverkehr nach Deutschland und zehn weitere Einsatzkräfte auf der Öresund-Brücke und am Hafen Helsingör, durch den der Schiffsverkehr nach Schweden läuft.

Für deutsche Urlauber hat die dänische Regierung zugesichert, dass es bei An- und Abreise keine Behinderungen geben werde. Der Europaminister von Hessen, Jörg-Uwe Hahn (FDP), forderte, dass ein Urlaubsboykott als Reaktion auf die Grenzkontrollen angemessen wäre und forderte deutsche Urlauber auf, lieber nach Polen oder Österreich anstatt nach Dänemark zu reisen.

Auch der FDP-Politiker Alexander Alvaro kritisierte die Entscheidung Dänemarks und sieht den Zusammenhalt der EU gefährdet. So soll sich seiner Meinung nach Dänemark entscheiden, ob es als Staat noch am Schengener Abkommen teilnehmen möchte oder sich gegen den Gedanken eines einheitlichen Europas stellen will.

Für Alvaro ist die offene Grenze eine der wichtigsten Errungenschaften der europäischen Politik innerhalb der vergangenen Jahrzehnte. Mit der Wiedereinführung von Kontrollen würde die Reisefreiheit der EU-Bürger erheblich gefährdet und muss daher dringend von der Regierung Dänemarks überdacht werden, wie Alvaro in Brüssel forderte. Kurz vor dem Beginn der Kontrollen an der deutsch-dänischen Grenze hatte Dänemark bereits an zwei Grenzübergängen ins Nachbarland Schweden Grenzkontrollen begonnen. Brüssel kündigte bereits an, die Vorgänge in Dänemark genauer untersuchen zu wollen.