Trotz der deutschen Trinkwasserverordnung mit ihren sehr hohen Anforderungen und Maßstäben zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität, lässt eben diese in vielen öffentlich zugänglichen Gebäuden in Deutschland sehr zu wünschen übrig. Bei einem als repräsentativ geltenden Test in zehn deutschen Städten zeigte sich eine teilweise erschreckend schlechte bis sehr schlechte Trinkwasserqualität. Sogar Kliniken waren hiervon betroffen.

Die Leitungswasserproben waren zum Teil sehr stark verkeimt, zulässige mikrobiologische Grenzwerte sind durchschnittlich um das achtfache überschritten worden. Diese starken Belastungen mit sogenannten coliformen Keimen, Pseudomonaden oder Legionellen stellen insbesondere für immungeschwächte Patienten ein hohes gesundheitliches Risiko dar.

Neben Durchfall und Erbrechen können auch entzündliche Reaktionen bis hin zu lebensbedrohlichen Lungenerkrankungen die Folge sein. Besonders die starke Verkeimung mit Legionellen gibt Anlass zur Sorge und erfordert akuten Handlungsbedarf. Die Gründe für die so mangelhafte Trinkwasserqualität in öffentlichen Gebäuden ist indes bekannt. Defekte Rohrleitungen oder in den Leitungen nur langsam fließendes oder gar stehendes Wasser begünstigt zweifellos die Vermehrung der Bakterien. Schlecht gereinigte Wasserhähne und mangelnde Hygiene sind ebenso Verursacher einer vermehrten bakteriellen Belastung des Trinkwassers.

Öffentliche Toilettenräume sind ebenso betroffen wie Bahnhöfe, Universitäten, Finanzämter oder Krankenhäuser. Sicherlich spielen die zum Teil auch Jahrzehnte alten Rohrleitungssysteme eine Rolle bei der Entstehung des Problems. Um das Übel bei der Wurzel zu packen, müssten die Rohrleitungssysteme so manches Gebäudes komplett saniert werden. Im alltäglichen Umgang mit Trinkwasser in öffentlichen Gebäuden sollte man vor dem Genuss und zur Verbesserung der Hygiene das Wasser erst kurz laufen lassen. Um ein Stillstand in den Leitungen zu vermeiden, sollte in regelmäßigen Zeitabständen Wasser aus allen verfügbaren Hähnen fließen. Und wenn die Vorlauftemperatur für die Warmwasserbenutzung auf mindestens 50 Grad eingestellt wird, können sich die Bakterien nur sehr langsam vermehren.