Was ist eine Igel-Leistung eines Arztes und warum soll ein Patient nicht unbedingt alle Untersuchungen machen lassen, für die eine Arzt-Praxis wirbt? Die Verbraucherzentrale mahnt Patienten zur Vorsicht und warnt einige Ärzte wegen überflüssiger Leistungen.

Wie mv-online.de berichtet häufen sich die Fälle von sog. Igel-Leistungen von Ärzten. Bei diesen Leistungen handelt es sich um Untersuchungen und um andere Behandlungen, die nicht über die zuständige Krankenkasse abgerechnet werden, sondern von dem Patienten selbst bezahlt werden müssen. Das kann teuer werden, der Nutzen von diesen Leistungen bleibt allerdings fraglich.

Um den gesundheitlichen Nutzen von solchen Leistungen ist eine heftige Diskussion entbrannt. Der aktuelle Anlass dazu bot die intensive Werbung seitens einiger Frauenärzte in Munster für eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Eierstöcke-Krebs. Die Patientinnen waren irritiert, denn sie wussten nicht, ob die angebotene Leistung medizinisch notwendig ist. Die Vermutung lag nahe, dass es vor allem ökonomische Gründe waren, die Frauenärzte dazu bewegten, die genannte Ultraschalluntersuchung anzubieten und aktiv zu bewerben.

Die Verbraucherzentrale fühlte sich gezwungen, eine Mahnung wegen der Idel-Leistungen auszusprechen, denn es kommt immer öfter vor, dass eine oder andere Leistung überwiegend als Einnahme-Quelle für die Arzt-Praxis dient und keinen realen Nutzen für die Gesundheit der Patienten hat.

Die betroffenen Ärzte widersprachen den Vertretern der Verbraucherzentrale und meinten, bei den beworbenen Untersuchungen handelt es sich um keine Igel-Leistungen, sondern um gesundheitlich und medizinisch relevante Früherkennungsmethoden. Eine Krebserkrankung, rechtzeitig diagnostiziert, kann schnell und sicher behandelt werden. Daher bemühen sich die Ärzte um die Verbreitung der Früherkennung, da dadurch u.a. auch erhebliche Summen gespart werden können: eine intensive Krebstherapie ist nämlich sehr teuer.