Dentalbehandlungen im Ausland – Portale helfen bei der Recherche
Sachsen bei Ansbach, 09.12.2009 – Krone, Brücke, Implantat – Zahnersatz kann richtig ins Geld gehen. Doch mit der freien Arztwahl innerhalb der Europäischen Union können Patienten jetzt auch außerhalb von Deutschland zum Zahnarzt gehen und unter Umständen richtig sparen. Doch, worauf müssen Interessierte achten, die einen Anbieter für Zahnersatz im europäischen Ausland suchen? „Empfehlenswert ist in jedem Fall die Recherche über spezielle Internetportale“, sagen Ingo Hermann und Stephan Etzel, die Gründer und Betreiber von zahnarzt-im-ausland.de. Die beiden Spezialisten geben Tipps zum so genannten Dental-Urlaub und erläutern Qualitätskriterien bei der Arztwahl.
Herr Hermann, warum sollen Patienten beim Zahnersatz in die Ferne
schweifen?
Ingo Hermann: Im Grunde genommen sind Zahnärzte Dienstleister, die im
europäischen Wettbwerbsumfeld konkurrieren – auch bei den Kosten. Wie
Sie wissen, kann Zahnersatz richtig ins Geld gehen und da hilft es, die Kosten
zu vergleichen. Mit unserem Portal lassen sich in wenigen Minuten Angebote
für Zahnersatz wie Kronen, Brücken und Inlays vergleichen, auswählen
und schlussendlich Kontakt mit den Zahnkliniken im Ausland herstellen.
Und wir verbinden das Nützliche mit dem Angenehmen und geben
Tipps zur Anreise, Unterkunft, Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten rund um den Zahnarztbesuch im Ausland – so wird aus einer Behandlung ein so genannter Dentalurlaub.
Das klingt aber ein wenig zu einfach – drei mal klicken und schon bekomme
ich neue Zähne?
Stephan Etzel: Im Prinzip ist das richtig, denn Dentaltouristen können die
Kostenvoranschläge ihres Zahnarztes in Deutschland über unser Portal
kostenfrei Zahnkliniken aus Ungarn, Polen, Tschechien und Spanien für
Alternativangebote zukommen lassen – per Onlineeingabe bis zum Fax,
ganz wie es für sie am praktischsten ist. Aus unserer Sicht stellt sich das
Angebot eines Vergleichsportals für Zahnersatz natürlich etwas komplexer
dar: passende Zahnkliniken müssen kontaktiert, geprüft und regelmäßig
besucht werden. Vor allem, weil wir unseren Kunden Premium-Qualität
bieten.
Qualität ist ein gutes Stichwort. Kann eine Zahnklinik besser sein als eine
andere?
Ingo Hermann: Wer Zahnersatz benötigt, sollte bei der Auswahl der Zahnklinik beziehungsweise Zahnarztpraxis in der Tat vor allem auf die Qualität des Materials achten. Qualität heißt: Woher kommt das Material für den Zahnersatz? Aus welchen Quellen stammt es? Wurden diese Angaben
überprüft? Last but not least: Spricht der Zahnarzt deutsch? Diese Qualitätskontrollen übernehmen wir bei unseren Besuchen vor Ort. Wir nehmen nur Kliniken in unser Portal auf, in den wir uns selber auch behandeln lassen würden.
Kommt es aber nicht auch auf die Garantie an, die ein Zahnarzt für seine
Arbeit gewährt?
Stephan Etzel: Die Qualität ist wichtiger als die Garantie – und das sage
ich, obwohl unsere Zahnklinken durchaus Garantieleistungen anbieten, die
den deutschen Standard übertreffen. Wir beraten und vermitteln seit Jahren
mit wachsendem Erfolg – kein Portal in Deutschland liefert eine umfangreichere Beratung zum Thema Zahnersatz und Dentaltourismus. Aber was würde das nutzen, wenn auch nur ein Prozent unserer Kunden mit unseren Partnern unzufrieden wäre? Die Bewertung unserer Kunden wird online veröffentlicht. Eine negative Bewertung eines Kunden wäre deshalb zu Recht ärgerlich. Deshalb können sich unsere Kunden auf die Qualität und
Zuverlässigkeit verlassen: Alle unsere Zahnklinken sind auf Qualität geprüft
und behandeln seit Jahren deutsche Patienten.
Seit Jahren?
Ingo Hermann: Seit der EU-Osterweiterung im Mai 2004 wächst der Markt
im Bereich Dentaltourismus jährlich. Immer mehr ausländische Zahnärzte
spezialisieren sich auf deutschsprachige Patienten die aus der BRD, Österreich und Schweiz in die Nachbarländer reisen. Hinzu kommt aktuell eine Wirtschaftskrise, die diese Entwicklung aufgrund des Einsparpotentials von 30 – 70 Prozent der Kosten fördert.
Über die Kostenersparnis möchten wir mehr wissen. Was hat sich seit der
EU-Osterweiterung getan?
Stephan Etzel: Da sind gleich drei entscheidende Entwicklungen zu nennen.
Erstens: Unsere Kunden erhalten in allen Ländern, die den Euro noch
nicht als Währung eingeführt haben, lukrative Wechselkurse zur einheimischen Währung. Ebenso bewegt sich das Gehaltsniveau deutlich unter dem Durchschnittseinkommen deutscher Zahnärzte und Zahnarzthelferinnen. Z.B. verdient in Ungarn ein angestellter Zahnarzt ca. 1.200 Euro. Nicht zu vergessen.Viele Zahnkliniken unterhalten gleichzeitig ein eigenes Zahnlabor. Auf diesen Weg müssen keine Margen an Fremdlabors gezahlt werden.
Das ist ja im Grunde nichts Neues!
Ingo Hermann: Das stimmt, man konnte schon immer im Osteuropa
preiswert Dienstleistungen und Waren einkaufen. Bisher war der Anstieg
der Lohnkosten und Lohnnebenkosten im Vergleich zum Lohnniveau in
Deutschland immer noch moderat. Ende 2008 haben wir Partner gefunden,
die seit 2004 die gleichen Preise für Kronen und Inlays in Rechnung stellen.
Für unsere Kunden heißt das, sie bekommen sehr viele Leistungen auf
dem Preisniveau von vor fünf Jahren.
Und die zweite Entwicklung?
Stephan Etzel: Auf die sind wir besonders stolz: Mit unserem Portal zahnarzt-im-ausland.de bieten wir auch Informationen über die Abwicklung mit der Krankenversicherung und geben Tipps zu Zahnzusatzversicherungen.
Aber diese Informationen gibt es doch schon im Netz.
Ingo Hermann: Richtig, aber wir bereiten sie auf und fassen sie in einem
Portal zusammen. Das betrifft nicht nur die Informationen zu Zahnersatz
aus dem Ausland, sondern auch Reisetipps, Zahnpflegetipps und vieles
mehr. Wir sagen unserem Kunden nicht bloß „Sende uns deinen Kostenvoranschlag, wir bieten Dir preiswerte Alternativen“, sondern wir beraten umfassend. Mit zahnarzt-im-ausland.de können Kunden vergleichen, ohne auch nur das Haus verlassen zu müssen.
Sie sprachen von drei Neuerungen.
Stephan Etzel: Wir haben eine Service-Faxnummer eingerichtet und bieten
die Möglichkeit uns Röntgenbilder zur detaillierten Angebotserstellung
via Email oder Post zukommen zu lassen. Das neue Angebot ergänzt unseren
Anspruch qualitative hochwertige Zahnklinken zu vermitteln und
Kunden mit wenig Interneterfahrung per Fax ebenfalls kostenlos Angebote
einholen zu können.
Herr Hermann, Herr Etzel, vielen Dank für das Gespräch.
Im Kasten – so klappt’s im Ausland
Zahnmedizinische Behandlungen im europäischen Ausland müssen vor Behandlungsbeginn bei der eigenen gesetzlichen Krankenkasse bewilligt werden. Lassen Sie sich den Heil- und Kostenplan genehmigen und den Kassenzuschuss bewilligen. Gleichzeitig informieren Sie ihre Krankenkasse über eine mögliche Zahnbehandlung im Ausland. Es soll immer noch vorkommen, dass Kassen eine Behandlung im Ausland von vornherein ablehnen.
Das ist aber kein Grund aufzugeben. Verschiedene Urteile des Europäischen Gerichtshofs (Aktenzeichen C-120/95, C-158-96 oder C-185/99) bestätigen, dass gesetzliche Kassen verpflichtet sind, die Behandlungen im EU-Ausland zu bezahlen, welche sie auch in Deutschland zahlen würden.
Die Zahnarztpraxis, Labor oder Zahnklinik im Ausland können die Behandlungskosten nicht, wie in Deutschland üblich, mit ihrer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) direkt abrechnen. Der Patient muss daher vor Ort bezahlen – in der Regel bar, per Kreditkarte oder mit EC-Karte. Eine detaillierte Rechnung sollten Sie in jedem Fall verlangen.
Das Interview wurde uns freundlicherweise von www.zahnarzt-im-ausland.de zur Verfügung gestellt.