Bei der Zuwanderung nach Deutschland ist die Trendwende geschafft. Derzeit ziehen mehr Menschen nach Deutschland als wegziehen. Die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen warnt aber vor einem erheblichen Arbeitskräfteschwund.
Im vergangenen Jahr zogen rund 800.000 Menschen in die Bundesrepublik. Dieser Zahl entgegen stehen etwa 671.000 Menschen, die aus Deutschland fortgingen. Das Plus beträgt rund 129.000. In den zwei Jahren zuvor gab es im Verhältnis von Neuankömmlingen und Fortzüglern noch ein Minus. Bei den Zuwanderern waren 2010 rund 684.000 mit ausländischer Herkunft gewesen. Rund 115.000 Zuzügler waren deutsche Rückkehrer oder sogenannte Spätaussiedler. Dieser Wert ist im Vergleich zum Jahr 2009 nahezu konstant geblieben. Bei den Zugezogenen dominieren die Herkunftsländer Polen, Rumänien, Ungarn, Bulgarien, Türkei und die USA. Besonders stark stieg die Zahl an Zugezogenen aus Bulgarien und Rumänien. Allerdings lässt sich nicht bestimmen, ob die Zugezogenen nur kurzfristig oder etwa langfristig im Land bleiben, was ebenso für die Personen gilt, die das Land verlassen haben.
Bereits seit den 1990er Jahren gab es in Deutschland steigende Zuwandererzahlen. In den Jahren 2008 und 2009 gab es allerdings mehr Fortgänger als Zugezogene, ein Trend der nun gewendet werden konnte. Die Zahlen an Fortzügen aus der Bundesrepublik unterlagen in den letzten drei Jahren mitunter auch durch diversen Sondereffekten, wie beispielsweise der Steueridentifikationsnummereinführung, die zeigte, dass zahlreiche Bürger laut Melderegister gar nicht mehr in Deutschland lebten, was besonders Ausländer betraf, die ohne Abmeldung wieder in ihre Heimatländer zurückzogen.
Zu den positiven Meldungen zur Einwanderung musste die Bundesarbeitsministerin von der Leyen allerdings verlauten lassen, dass die zunehmende Alterung der deutschen Bevölkerung dafür sorgen könnte, dass in den nächsten 15 Jahren etwa fünf Millionen Arbeitskräfte weniger zur Verfügung stehen werden, wodurch sich sowohl ein Arbeitskräfte- als auch spezieller Fachkräftemangel entwickeln könnte mit derzeit nicht absehbaren Folgen für die Wirtschaftskraft Deutschlands. Daher sollten sowohl ältere Menschen als auch Jugendliche besser gefördert werden und spezielle Programme zur Anziehung von Fachkräften nach Deutschland gestartet werden.